Das erste Dreieck – Wurzelchakra

Der Weg zu Selbstsicherheit, Genialität und Weisheit

Erstes Beziehungs- und Entwicklungsdreieck

Urangst: Angst vor Unzulänglichkeit. Angst, nicht kompetent genug zu sein, nicht fähig zu sein, nicht genug zu wissen, um Kontrolle über sein (oder das) Leben zu haben.

Grundbedürfnis: Bedürfnis nach Kontrolle.

1 Strategie zur Herstellung von Kontrolle (Passivpol, passivischer Teil des Egos): Selbstverleugnung. Gelernte Hilflosigkeit. Kontrolle gegenüber dem Scheitern. Verleugnet wird die bereits erworbene Kompetenz. Dass bereits Erfahrung gemacht und Lebenskompetenz erworben wurde, wird nicht erkannt und nicht anerkannt. Kindern wird manchmal Dummheit und Unfähigkeit suggeriert, aus Gründen, die mit den Suggerierenden (und ihren Traumatisierungen) zu tun haben. Sie eignen sich dann einen Modus der Unwissenheit und der Hilflosigkeit an. In der Folge bringt man sich selbst gegenüber nicht die Ermutigung auf, nach Erfahrung zu suchen, mit der man sich selbst helfen könnte. Statt dessen wartet man darauf, dass andere einem helfen, so wie man sich selbst konditioniert hat. Vor allem aber versucht man das mögliche Scheitern zu kontrollieren, indem man gar nicht erst loslegt mit dem, was man möglicherweise sehr gut zu leisten im Stande wäre. Man weiß nichts von seinem Können.

Hemmende Glaubenssätze: Ich kann sowieso nichts. Ich werde xy nie lernen. Bei mir geht eh alles schief. Was soll aus mir schon werden?

2 Strategie zur Kompensation des Unzulänglichkeitsgefühls (Aktivpol, aktivischer Teil des Egos): Beweiszwang, Besserwisserei. Kompensation von Unzulänglichkeitsgefühlen. Aus der gleichen Angst vor Unzulänglichkeit, aber mit gegenteiligem Modus (abhängig vom Temperament), drängt man anderen sein Wissen auf, und sei es tatsächlich gering oder unzureichend und vor allem nicht erbeten und vielleicht auch nicht von Nöten. Hinter dem kompensatorischen Glaubenssatz des Aktivpols steht der Glaube an die eigene Unzulänglichkeit, der sich durch die Handlungen manifestiert. Ein solcher Mensch macht dann tatsächlich (unnötige) Fehler oder erweist sich in den gegebenen Kontexten als unzulänglich und inkompetent und zwar auf eine dysfunktionale Art. Das heißt, es wird nicht aus den Fehlern gelernt. Sie werden einfach nur bei nächster Gelegenheit reproduziert. 

Hemmende Glaubenssätze: Keiner sieht, was ich kann. Ich werde immer unterschätzt. Ich mache immer wieder die gleichen Fehler, das ist nunmal so.

3 Einstellungswerte (Yin-Kraft / Emanzipation von der Urangst, weiblicher Teil des Selbst): Ermutigung, Anerkennung. Der innere Erwachsene erkennt an, dass man als erwachsen gewordener Mensch zwangsläufig Kompetenzen erworben haben muss. Über die Anerkennung wird der bereits gefüllte Wissensbrunnen nach Brauchbarem durchsucht. Über die Innenschau erkennt man außerdem, auf welche Art man seine Kompetenzen in der Vergangenheit erworben hat und kann sich ermutigen, diesen Weg wieder zu beschreiten und Neues zu lernen. Das lebenslange Lernen ist ein Geburtsrecht, das man sich an dieser Stelle mentaler Entwicklung nicht mehr versagt.

Fördernde Glaubenssätze: Ich habe bereits viel geschafft im Leben. Ich kann noch mehr schaffen. Ich kann jederzeit Neues lernen. Mich weiterzuentwickeln ist mein Geburtsrecht.

4 Schöpferische Werte (Yang-Kraft / Eigenkraft, männlicher Teil des Selbst): Sich Lehrer*innen suchen. Unterricht nehmen. Neues lernen. Kompetenzerweiterung. Aus Fehlern lernen. Schweres üben. Wer sich in seine Yang-Kraft hinein entwickelt hat, ist bereit, sich Dinge zeigen und erklären zu lassen, um so aktiv die eigene Kompetenz zu erweitern. Dass neue Verhaltensweisen eingeübt werden müssen, ist einem völlig klar. Es braucht übende Wiederholung, damit sich neuronale Verbindungen umstrukturieren können. Erst mit der Umstrukturierung geht das neue und gewünschte Verhalten, das sich vom alten und konditionierten Verhalten unterscheidet, so in die Persönlichkeit ein, dass das neue Verhalten so automatisch abgerufen werden kann wie die vorherigen Automatismen. Das Üben geht am besten über den Prozess der Selbstregulation, bei dem man das Ereignis schriftlich (das ist für das Gehirn wie Üben!) auf das Ziel, die Absicht und den tatsächlichen Hergang hin reflektiert und dann einen idealen Hergang entwirft, der die Absicht verwirklicht und das Ziel erreicht.

Fördernde Glaubenssätze: Übung macht den*die Meister*in. Lebenslanges Lernen meint, dass ich mein Leben lang lernen kann und es etwas zu lernen gibt. Bis ich sterbe liegt immer noch mehr Potenzial in mir, als ich verwirklicht habe. Mein Gehirn formt sich bis zu meinem Lebensende dementsprechend um, wie ich es verwende. Ich liebe es, mich weiterzuentwickeln und mein Potenzial zu entfalten. 

5 Ressource: Selbstsicherheit. Kompetenz. Wissen. Können. Man ist sich seines Könnens, seines erworbenen Wissens, seiner Kompetenz sicher genug, um darauf vertrauen zu können, dass man mit den Lebensereignissen gut wird umgehen können. Vor allem hat sich die Hirnstruktur so entwickelt, dass sie die gewünschte Persönlichkeit unterstützt. Aus der Ressource der Selbstsicherheit heraus reagiert man automatisch auf der Basis seiner Werte, zeigt Haltung und folgt seinem inneren Kompass, dem Gewissen. Man erfüllt sich seine Grundbedürfnisse selbst, weil man weiß, wie es geht und weil man es kann. Auf andere geht man dann aus seiner Fülle heraus zu. Was man jetzt anbietet, hat mit dem persönlichen verwirklichten Potenzial zu tun und nicht mehr mit der Angst- und Mangelverwaltung.

Fördernde Glaubenssätze: Zu gegebener Zeit wird mir etwas einfallen, das mich weiterbringt. Ich werde mir immer zu helfen wissen, auch, indem ich mir Hilfe suche. Ich bin in der Lage, Lösungen für meine Probleme zu finden. Ich kann was. In manchem bin ich sogar sehr gut. Ich kenne meine Talente und habe sie kultiviert. Aus ihnen heraus begegne ich der Welt und teile meine Gaben mit Anderen. Wissen und Kompetenz werden angeboten, aber nicht aufgezwungen.

6 Spirituelle Fähigkeit und spiritueller Wert (höheres Selbst): Genialität und Weisheit. Die Genialität ist die Fähigkeit, der kosmischen Weisheit Gehör zu schenken. Das höhere Selbst stellt die Verbindung dar zwischen dem Selbst und dem kosmischen Bewusstseinsstrom. Das Selbst entspricht der Ressource der selbstsicheren Kompetenz und ist die Verbindung aus Gefühl und Verstand bzw. aus innerem Kind und innerem Erwachsenen. Im Selbst sind die Konditionierungen aus dem Passiv- und Aktivpol zur Yin- und zur Yang-Kraft gereift und die Angst und das Grundbedürfnis wurden zur Ressource transformiert. In der Ausbildung des Selbst hat man sich von der Angst emanzipiert und das Grundbedürfnis nach Kontrolle wurde durch die Ressource der Kompetenz erfüllt. Von hier aus ist der Weg frei, seine spirituelle Kraft der Genialität zu aktivieren. Über diese Kraft wird die bereits vorhandene Ressource der selbstsicheren Kompetenz um die kosmische Weisheit erweitert. Geniale Lösungen, Konzepte, Ideen und Ansätze sind empirisch erfahrbare Ereignisse, wenn das höhere Selbst involviert wird. Genialität ist eine Evidenz, sobald das Individuum sein Selbst voll entfaltet hat.

Fördernde Glaubenssätze: Indem ich meinem Bewusstseinsstrom zuhöre, verbinde ich mich mit dem kosmischen Bewusstseinsstrom. Vom Kosmos und der uns alle miteinander verbindenden Matrix erhalte ich geniale Impulse, wann immer ich sie brauche.
Dualität (Konkurrenzdenken) und Polarität (Bewusstseinsevolution): Im dualistischen Denken herrscht vor allem ein Konkurrenzdenken vor: Wer ist besser, schneller, erfolgreicher, größer, mächtiger, klüger usw.? In einem Bewusstsein für die menschliche Polarität wird das Leben als Spielfeld der Bewusstseinsevolution betrachtet und Fehler als Stufen, auf denen der*die Kluge emporsteigt (deutsches Sprichwort). Hier wird berücksichtigt, dass wir alle einander Lehrerinnen und Lehrer sind und aneinander wachsen. Im dualistischen Denken halten die geistigen Lehrer*innen sich gerne für überlegen. Im polaren Bewusstsein ist ihnen klar, dass auch sie noch dazulernen können und sollten, um die Gesellschaft wahrhaft von ihrem Genie profitieren zu lassen.

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